Recap Frankfurt Marathon 2017

Eigentlich wollte ich in diesem Jahr keinen Marathon bestreiten – eigentlich.

Im Juli diesen Jahres erreichte mich von der Generali Versicherung (an dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank) die Nachricht, dass ich einen Startplatz für den Frankfurt Marathon gewonnen habe. Ich glaube, es dauerte keine 10 Sekunden Bedenkzeit und mir war klar: „Du wirst deinen zweiten Marathon hier in Frankfurt laufen!“

Die Vorbereitung

Da ich kein Marathonneuling bin, wusste ich grob was mich in der Vorbereitung erwartet und was für ein zeitlicher Aufwand hierhinter steckt.

Dementsprechend stellte ich mir einen Trainingsplan auf, wie ich Ende Oktober optimal vorbereitet an der Startlinie stehen wollte. Vier Laufeinheiten pro Woche, dazu Kraft- und Stabilisationsübungen gepaart mit Mobility-Einheiten, welche den Trainingsplan optimal abrunden sollen.

Die Laufeinheiten verteilten sich in der Regel auf Intervalle, einen Longrun über 25-32km (im Nachhinein betrachtet zu wenig) und mehrerer kürzerer Einheiten im Marathonrenntempo.

Das Marathonwochenende

Auch in diesem Jahr haben die adidas Runners Frankfurt von Freitag bis Sonntag am Marathonwochenende wieder die Affen aus dem Zoo gelassen.

Der Freitag begann mit dem Abholen der Startunterlagen und dem obligatorischen Gang über die Marathonmesse. Am Freitagnachmittag war die Messe noch nicht so überlaufen, sodass man entspannt von Stand zu Stand gehen konnte. Am Abend folgte mit dem „42k with 42 friends“ Race das erste Highlight des Wochenendes. Hierbei handelt es sich um eine Marathonstaffel, bei der auf einer 1km langen Runde am Main die Marathondistanz zurückgelegt wird. Nach jeder Runde wechselt der Staffelstab. Auch in diesem Jahr waren wieder alle bekannten Laufgruppen Frankfurts vertreten. Es war ein spannendes Rennen, da jede Gruppe viele schnelle Läufer mit an den Start bringen konnte. Leider konnte uns selbst die Anwesenheit unseres Olympia-Teilnehmers Philipp Pflieger nicht dabei helfen auf dem Treppchen zu landen, sodass wir das Rennen mit einem 4. Platz abschließen konnten. Mal schauen was da im nächsten Jahr passiert. 😉

This is fun taken seriously

Der Countdown läuft: nur noch 24 Stunden bis zum Wettkampf. Der letzte Tag vor dem Marathon deckt gefühlstechnisch alles zwischen „himmelhochjauchzend und totaler Vorfreude“ ab.

„Habe ich mich richtig vorbereitet?“

„Ja klar, das wird hier morgen gerockt!“

„Wird morgen alles wie gewünscht klappen?“ und viele andere Fragen schießen einem ständig durch den Kopf.

Wie gut, dass es den traditionellen Brezellauf als Shake Out Run gibt. In entspannter Atmosphäre werden früh morgens knapp 5,5km zurückgelegt um die Nervosität und Anspannung aus den Muskeln herauszulaufen.

Am Abend ging es mit der Pasta-Party der adidas Runners Frankfurt in unserer Racebase, der Freitagsküche, weiter. Es ist super wichtig die Kohlenhydratspeicher vor einer körperlichen Höchstbelastung aufzufüllen, damit am Raceday auch ein vollgeladener Tank zur Verfügung steht.

Als Special gab es für uns Läufer wichtige Tipps von Philipp Pflieger und Tobias Singer, Running Coach aus der Runbase in Berlin. Am hilfreichsten war sicherlich die Info, dass man seine Strategie den Bedingungen anpassen und auf z.B. Gegenwindpassagen das Tempo besser rausnehmen sollte, um dann bei Rückenwind „zu ballern“.

RACEDAY

Der Tag der Tage, 600km Vorbereitung und unzählige Trainingsstunden für diesen einen Tag. Der Wetterbericht versprach, dass es eine stürmische Angelegenheit hier in Frankfurt werden sollte. 70km/h Windböen, dafür aber Sonnenschein und angenehme Temperaturen – es hätte schlimmer kommen können.

Rennvorbereitung
Auf in den Startblock

Der Start verlief ziemlich ruhig. Im dichten Gedränge musste man allerdings aufpassen nicht zu stolpern. Vor mir sind zwei Läufer gestürzt – ich hoffe, dass ihr euren Marathon trotzdem genießen konntet.

Noch 41km bis zum Ziel

Eine kleine Schrecksekunde gab es bei km 3-4 mitten in der Innenstadt, als auf einmal das ganze Feld stoppte. Der Grund: eine riesige Wasserpfütze! Da wollten wohl einige Läufer keine nassen Füße riskieren.

Bis km 13 lief man quasi windgeschützt durch Frankfurt, eh man auf Sachsenhausener Seite die Gegenwindpeitsche spürte. Über Niederrad, nach Schwanheim und bis nach Höchst änderte sich auch nichts an dieser Peitsche. Innerlich freute ich mich schon auf den Wendepunkt, der ca. bei km 30 lag. „Endlich kein Gegenwind mehr – Ballertime!“ Leider wurde daraus nichts, da mein hinterer Oberschenkelmuskel sich genau zu diesem Zeitpunkt meldete und zu machte.

Hierdurch war es nicht mehr möglich die volle Schrittlänge zu laufen und meine Geschwindigkeit wurde immer geringer. Auch der Kampf mit dem Gegenwind ging nicht spurlos an mir vorüber. Jedoch soll das keine Ausrede sein – vielleicht (oder ja) hätte ich noch eine Schippe mehr trainieren sollen?

Bei km 37 warteten die geilsten 250m des Marathons auf die Teilnehmer.

Der adidas Runners Cheeringpoint!

Ab hier begannen auch quasi die qualvollsten km des Marathons. Bei km 38 machte meine Wade zu, was zum Glück nach einer kurzen Gegenbewegung kein Problem mehr darstellte. Als ich ca. bei km 40 ankam, machte der sich bei km 30 schon bemerkbare Muskel komplett dicht. Nichts ging mehr – stillstand. Auf dem Boden sitzend rappelte ich mich auf und humpelte unter dem Applaus mehrerer Zuschauer dem Ziel entgegen.

Hier bemerkte ich, wie endlos lang knapp 2km sein können…

Der phänomenale Zieleinlauf in die Frankfurter Festhalle entschädigt jedoch jedes Leiden während des Marathons. Das Gefühl, es endlich geschafft zu haben, wofür man in den letzten Monaten auf vieles verzichtet hat, ist einfach unbeschreiblich!

Finish!

Die Zielzeit in der Festhalle mit 03:17:51 ist knapp 16 Minuten schneller als meine Marathondebützeit aus dem Vorjahr.

Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die dieses tolle Wochenende ermöglicht haben!

Cheers

Euer Benni

Photos by:

Ruben Elstner, Nicola Rehbein, Richard Pflaume

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