Frankfurt City Triathlon 2021 | Mitteldistanz

Frankfurt City Triathlon 2021 | Mitteldistanz

Mein erster Triathlon

Manchmal ergeben sich im Leben Gelegenheiten um gänzlich neue Dinge auszuprobieren, wie zum Beispiel relativ spontan eine Mitteldistanz als Triathlon-Novize zu bewältigen. Doch wie bin ich, der bis dato nur als Zuschauer mit dem Triathlon-Sport in Berührung gekommen ist, überhaupt zu der Möglichkeit gekommen, beim Frankfurt City Triathlon an den Start zu gehen?

Anfang Juli habe ich eher zufällig eine Verlosung von Ultra Sports (vielen Dank an dieser Stelle!) auf Instagram entdeckt, bei der ein Startplatz für den FCT verlost worden ist. Da viele im Freundeskreis mir teilweise unterstellt haben: “Benni, du wirst nie einen Triathlon machen!“, dachte ich mir “Ok, ein Versuch ist es definitiv wert.” Umso mehr erfreute es mich, als einige Tage später eine Mail in mein Postfach geflattert kam, die den Betreff hatte “Deine Teilnahme beim Frankfurt City Triathlon”. Einige Minuten später hatte ich mich offiziell angemeldet und stand nun vor der Aufgabe eine Art Crash-Kurs in Sachen Triathlon zu absolvieren.

Die Vorbereitung

Egal um welchen Wettkampf es sich handelt, ein gewisses Maß an Vorbereitung ist aus meiner Sicht der erste Schritt für ein erfolgreiches Bestreiten. Beim Triathlon lässt sich die Vorbereitung einerseits auf die eigene Leistung, sprich “wie ist mein Trainingszustand in den einzelnen Disziplinen” und andererseits auf das Material, “was benötige ich alles um vernünftig teilzunehmen”, aufteilen.

Mein Trainingszustand war zu dem Zeitpunkt der Anmeldung glücklicherweise in guter Form, bei der ich guten Gewissens eine Teilnahme verargumentieren konnte. Die Teilnahme bei einer Mitteldistanz ohne ausreichendes Training ist aus meiner Sicht nur bedingt zu empfehlen. Durch mein Training für den Berliner Marathon, war jedoch eine gute Grundlage vorhanden, welche durch Radausfahrten und das Rollentraining im Winter ergänzt worden war. Jedoch gibt es beim Triathlon bekannter weise ja auch noch das Schwimmen. Bis auf 2-3 maliges Schwimmen hatte ich in diesem Jahr kein Schwimmbad oder Gewässer betreten. Aber es war ja noch ein wenig Zeit um zumindest ein gutes Gefühl mit auf die anstehenden 2.000m zu nehmen.

Daher ging es einige Male ins Schwimmbad und zudem zu den sailfish swimnights im Langener Waldsee um sich auf die anstehenden 2.000m vorzubereiten. Bei den swimnights hat man die optimale Möglichkeit sich an das Schwimmen in offenen Gewässern zu gewöhnen, mit vielen Leuten gleichzeitig los zu schwimmen und einen Neoprenanzug zu testen (gegen Gebühr; Link: sailfish swimnights | Langen / FFM). Da das Schwimmen mit dem Neo mir ganz gut gefiel, entschied ich mich dafür im Wettkampf mit einem Neo zu schwimmen. Gegen eine kleine Gebühr kann man sich diesen vorab ausleihen. Das Ausleihen empfiehlt sich, da so ein Neoprenanzug mehrere Hundert Euro kostet und ich ja erst einmal nur in die Triathlon-Welt hineinschnuppern wollte.

Openwater-Swim bei der sailfish swimnight. Prädikat Empfehlenswert.

Um jedoch adäquat an einem Triathlon teilzunehmen, sollte auch ein Blick auf das einzusetzende Material geworfen werden. Sei es der Tri-Suit, das eigene Fahrrad, Neoprenanzug (sofern erlaubt), Nutrition und was es sonst noch so alles erdenkliche gibt. Ich hatte mir über einen Freund einen Tri-Suit besorgt, da ich erst einmal nicht wusste ob Triathlon überhaupt etwas für mich sein wird.

Bei meinem Rennrad wusste ich, dass ich die 80km gut durchfahren kann – da haben sich die Ausfahrten mit den Jungs in diesem Jahr gelohnt. Da ich kein TT-Bike, sondern lediglich ein “normales” Rennrad besitze, überlegte ich, ob ich mir einen Lenkeraufsatz bestellen würde. Nach Google-Recherche und Youtube-Studium entschied ich mich dafür einen Aufsatz zu bestellen. Nach der Montage des Aufsatzes ging es auch auf eine kurze Testfahrt, bei der ich keinerlei Beeinträchtigungen beim Fahren hatte. Somit fiel mir die Entscheidung, ob ich den Aufsatz im Wettkampf benutzen werde auch nicht sonderlich schwer. Rückwirkend betrachtet war es die richtige Entscheidung!

Zudem empfehle ich es wärmstens, das Rad vor dem Wettkampf zu reinigen (eigentlich obligatorisch, aber nicht jedes Fahrrad in der Wechselzone war sauber…). Damit meine ich nicht nur das sauber Polieren des Rahmens, sondern auch die Reinigung von Kette und Kassette – warum? Eine saubere Kette und Kassette bringen einige extra Watt Ersparnis.

Wer sich knapp fünf Stunden lang auspowert, sollte sich zudem Gedanken um die Nutrition machen. Von meinen Radausfahrten wusste ich, dass ich Fruchtriegel ganz gut vertrage, welche ich zu Beginn der 80km zu mir nehmen wollte. Zudem griff ich auf meine altbekannten Maurten Gels zurück – eins für jede 20km auf dem Rad und alle 7km beim Laufen.

Da ich, wie gesagt, mitten in meiner Marathonvorbereitung steckte, wusste ich, dass das Laufen meine vermeintlich “stärkste” Disziplin sein wird. Jedoch wusste ich nicht, wie ich den Wechsel vom Rad aufs Laufen verkraften würde. Aber im Wettkampf muss man eh alles nehmen wie es kommt und schenkte dem Wechsel im Vorhinein weniger Aufmerksamkeit.

Am Freitag vor dem Wettkampf bereitete ich die Wechsel-Beutel für die jeweiligen Disziplinen vor, da diese zum Teil bereits am Samstag abgegeben werden mussten. Zudem entging ich damit dem Stress, der vor so einem Wettkampf doch irgendwie immer auftritt.

Packen der einzelnen Beutel für die jeweilige Wechselzone

Am Samstag stand einerseits der Bike-Check-In auf dem Plan sowie die Abgabe des Lauf-Beutels. Der Bike-Check-In am Langener Waldsee verlief reibungslos und man spürte die Vorfreude, endlich wieder einen Wettkampf zu haben, an jeder Ecke. Nach dem obligatorischen Helm-Check und Vorzeigen des 3-G Nachweises ging es in den Bereich, wo die Fahrräder abgestellt wurden.

Zum Glück befand sich der Abstellbereich für mein Bike relativ am Ende der Wechselzone, sodass ich am Sonntag nicht all zu weit mit dem Bike laufen musste. Es sei erwähnt, dass die Wechselzone beim FCT knapp 800m lang ist und somit nicht umsonst den Namen “längste Wechselzone der Welt” innehat. Danach deponierte ich meinen Schwimmbeutel mit den Radsachen beim Schwimmausstieg und versuchte mir den Weg zum Beutel zu merken, um am Sonntag unnötiges Suchen zu vermeiden. Das Gleiche galt auch für den Standort des Bikes. Den konnte ich mir gut einprägen, da mein Bike direkt gegenüber von einem Schild platziert war. Somit stand dem ersten Triathlon nichts mehr im Wege!

Der Rennbericht

Die Tage vor dem Rennen wurde sehr oft auf den Wetterbericht geschaut, denn die Vorhersage stellte Regen in Aussicht. Als es jedoch am frühen Sonntag Morgen in Richtung Langener Waldsee ging, schien die Sonne und es blieb auch den restlichen Sonntag trocken. Es herrschten perfekte Wetterbedingungen: 18-22 Grad, kein Wind und leichter Sonnenschein.

Angekommen am Waldsee wurde vor dem Start noch einmal das Bike gecheckt, Helm und Brille deponiert, der Garmin angebracht und die Reifen final aufgepumpt. Danach ging es weiter zum Schwimmstart – vorab auch hier ein finaler Check ob der Beutel mit den Bike-Sachen noch an Ort und Stelle liegt. Nun ging es ab in den Neoprenanzug. Nach einem kurzen Einschwimmen stellte ich mich relativ weit hinten in das Teilnehmerfeld, um dem Stress beim Schwimmstart zu entgehen – was sich wiederum voll ausgezahlt hat. Ich konnte die 2.000m in 43:09min durchschwimmen ohne dabei großartig in den Schwimmverkehr zu geraten und stieg mit großer Vorfreude aus dem Wasser raus.

Aus dem Wasser – Orientierung herstellen und ab in die Wechselzone 1

In der Wechselzone herrschte reger Betrieb, aber keine Hektik. Schnell aus dem Neoprenanzug heraus, Sand von den Füßen abgespült, Socken anziehen und alles andere wieder im Beutel verstauen. Auf zum Rad! In all der Euphorie merkte ich, dass ich noch kurz ein Dixi aufsuchen musste, wo jedoch schon zwei andere Athleten warteten. Hierdurch ergibt sich eine lange Zeit für die Wechselzone von 10:31min.

Der Wechsel aufs Rad lief auch reibungslos und ich konnte die ersten Kilometer in Richtung Frankfurt nutzen um mich zu verpflegen und einzurollen. Die Radstrecke beim FCT besteht aus insgesamt 4 Runden und lädt einen, mit quasi keinen Höhenmetern, zum Rollen ein. Da ich hier bisher keine Erfahrung hatte, versuchte ich nur das zu vermeiden, was ich bisher immer gehört hatte: “Fahre keinen Windschatten und lutsche nicht” – gefühlt hielten sich einige Teilnehmer:innen nicht wirklich an die 12m Mindestabstand, die beim Triathlon vorgeschrieben sind und es gab einige Züge bzw. Grupettos, die auf der Strecke unterwegs waren. Ich fokussierte mich jedoch lieber auf meine Fahrt. Der anmontierte Aero-Lenkeraufsatz erwies sich als goldwert und so konnte ich schneller als geplant mit einem knappen 34er-Schnitt die 80km in 02:18:21h beenden.

Angekommen in der Wechselzone 2 wurde das Fahrrad abgestellt, sich der Beutel mit den Laufsachen geschnappt, die Laufschuhe angezogen und die Gels im Tri-Suit verstaut. Hier merkte ich bereits, dass ich noch Sand unter den Füßen hatte und versuchte diesen so gut es ging zu entfernen. Nach 05:07min in T2 ging es dann auf die Laufstrecke.

Während der ersten 100m kam mir ein Athlet entgegen, der noch seinen Fahrradhelm aufhatte und diesen dann noch in der Wechselzone abgeben musste. Ein wahrlich seltsamer Anblick! Wobei ich in dem Moment sicherheitshalber meine Hand zum Kopf bewegte um zu schauen ob der Helm nicht doch noch auf dem Kopf sitzt. Gleichzeitig bemerkte ich, dass von meinen drei mitgenommenen Gels nur noch eins vorhanden war, welches ich dann beim Laufen fortan in der Hand hielt.

Das Laufen lief auf den ersten Kilometern sehr gut und ich konnte bis km9 einen 04:00er Schnitt laufen. Durch die vielen engen und teilweise sogar 180° Grad Kurven machte sich langsam der noch verbleibende Sand unter den Füßen in Form von Blasen bemerkbar. Letztlich musste ich sogar kurz anhalten und abermals versuchen diesen zu entfernen. Wer jemals schon einmal im Wettkampf Blasen unter den Füßen hatte weiß, dass diese mit zunehmender Dauer nicht unbedingt weniger schmerzhaft werden. Hierdurch konnte ich meinen Schnitt nicht mehr halten und lief die letzten Kilometer rund um die 04:30/km ins Ziel. Die 20km absolvierte ich in 01:25:29h, womit ich unter den Umständen durchaus zufrieden bin. Jedoch hätte hier mehr drin gesessen!

Letztlich bin ich super happy über das Ergebnis meines ersten Triathlons. Die Zielzeit mit 04:42:39h auf der Mitteldistanz stimmt mich sehr zufrieden. Mal schauen was die Zukunft bringen wird… – onto the next!

Anbei noch die Auflistung der einzelnen Zeiten je Disziplin:

Schwimmen: 00:43:09 h
Wechsel 1: 00:10:31 h
Radfahren: 02:18:21 h
Wechsel 2: 00:05:07 h
Laufen: 01:25:29 h

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Ultra Sports für den Startplatz – es hat sich sehr gelohnt! 🙂

Infos zum FCT gibt es hier: Frankfurt City Triathlon – Home (frankfurt-city-triathlon.de)

Copyright der Fotos: sportonline-foto.de / Wolfgang Nass

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